Der filmclub münster zeigt ab dem 28. August fünf Debütfilme großer europäischer Regisseure im Schloßtheater – zur Einstimmung auf das Filmfestival Münster #17, das vom 4. bis 8. Oktober stattfindet.
In Kooperation mit den Russischen Filmtagen Münster läuft am 18.9. um 21:00 Uhr und am 20.9. um 19:00 Uhr Andrej Swjaginzews Erstlingswerk DIE RÜCKKEHR, das 2003 in Venedig den Goldenen Löwen erhielt.
Präzise gezeichnete Charaktere, zeitlose, minimalistische Bilder – atemberaubend fotografiert und komponiert – und eine ausgefeilte Tonebene tragen dazu bei, DIE RÜCKKEHR zu einem der erstaunlichsten Debütfilme der letzten Jahre zu machen.

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Die Russischen Filmtage haben sich als ein erfolgreiches Kontinuum in den Kulturlandschaften Münsters und Düsseldorfs etabliert. Auch 2017 gewährt unsere Filmauswahl einen Einblick in die filmästhetische Umsetzung aktueller kultureller und gesellschaftlicher Diskurse in Russland. In Zeiten der krisenhaften Beziehungen zu Russland und der negativen Nachrichten über die Politik des Kreml im Inneren wie nach außen ist es umso wichtiger zu zeigen, was auf zivilgesellschaftlicher Ebene gleichwohl an kulturellen Projekten möglich ist und umgesetzt wird. Russland war, ist und bleibt eine große Kulturnation. Das sollen die Russischen Filmtage einmal mehr deutlich machen.
Dabei freuen wir uns besonders auf die Fortführung eines engagierten Austauschs, denn auch die aktive Pflege unserer kulturellen Verbindungen kann politische Signale setzen.

Auch diesmal haben wir unser Programm aus den aktuellen Angeboten der großen internationalen Festivals wie Cannes, Venedig, Moskau, Sotschi u.a. zusammengestellt. Dabei war uns wichtig, nicht nur Problemfilme zu präsentieren, sondern auch solche, die – ohne oberflächlich zu sein – das Talent zur Leichtigkeit, zum Komischen und Absurden zeigen. So erleben wir im Eröffnungsfilm Über die Liebe der Regisseurin Anna Melikian eine witzige, weibliche Komödie. Fünf Episoden spiegeln das Thema „All You Need Is Love“ im popkulturellen Zeitgeist des kosmopolitischen Flair der Metropole Moskau. Die Filmtage enden mit Petersburg. Ein Selfie, eine Liebeserklärung an das „Palmyra des Nordens“, gedreht von sieben Regisseurinnen, schräg, komisch, absurd. In seinem Film Der die Zeichen liest dagegen setzt sich Regisseur Serebrennikov mit dem Problem ideologischer Radikalisierung von Jugendlichen auseinander. Ideologisches Rüstzeug bietet hier die Bibel. In einer strengen filmischen Konzeption präsentiert Andrej Kontschalowskij im Film Paradies Erzählungen über die Grauen des Zweiten Weltkriegs und der Konzentrationslager aus drei Perspektiven: einer russischen Widerstandskämpferin in Frankreich, eines französischen Kollaborateurs und eines deutschen SS-Offiziers. Der Dokumentarfilm Aktion & Strafe über die Punk-Künstlerinnen „Pussy Riot“ thematisiert die Frage von politischer Kunst und deren Tradition in Russland. Mit dem Film Good Boy, einer liebenswerten und turbulenten Coming-of-Age-Komödie, haben wir wieder einen Film für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene im Programm.

Publikumsgespräche mit Filmschaffenden begleiten das Filmprogramm.

Alle Filme werden im Originalton mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Gudrun Wolff
für die deutsch-russische Gesellschaft Münster und für den filmclub münster

Bernd Desinger
für das Filmmuseum Düsseldorf

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