Russische Filmtage Münster und Düsseldorf 2019

Vorhang auf und herzlich willkommen zu den Russischen Filmtagen!

Auch diesmal haben wir für Sie, liebe Freundinnen und Freunde des russischen Films, in den Programmen der internationalen Filmfestivals von Cannes bis Tokio, von Berlin bis Toronto nach den neuesten und interessantesten russischen Filmen gesucht. Die nach unserer Meinung besten und aussagestärksten Filme aus ungefähr dreißig Kandidaten stellen wir Ihnen in Münster und Düsseldorf vor.

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Münster-Rjasan werden die Filmtage in Münster diesmal nicht mit einem der Festivalfilme, sondern mit dem Stummfilm Die Frauen von Rjasan aus dem Jahr 1927 eröffnet. Der Film der Regisseurin Olga Preobraschenskaja ist für die damalige Zeit außergewöhnlich, ein emanzipatorisches Werk einer feministischen Filmemacherin.

Die Düsseldorfer Black Box bietet seinem Publikum zur Eröffnung den Film Dowlatow des Kultregisseurs Aleksei German. Ihm gelang ein geniales Porträt des spät berühmt gewordenen Schriftstellers Sergei Dowlatow und der Stadt Leningrad Anfang der 70er Jahre, ein Zeitbild der Breschnew-Ära. Auf der Berlinale 2018 wurde er mit einem Silbernen Bären prämiert.

In der Geschichte einer Versetzung, einem schönen Kostümfilm der Regisseurin Awdotja Smirnowa, stehen Lew Tolstois liberale Ideen ohne Chance gegen den autokratischen Geist der zaristischen Offiziere. Während hieruniformierte Soldaten und Offiziere das Bild bestimmen, bleiben in Annas Krieg die Themen des Films, Krieg und Holocaust, gespenstisch unsichtbar und doch präsent. Auf die Diskussion über die außergewöhnliche Perspektive seines Films mit Regisseur Aleksey Fedortschenko freuen wir uns.

Elefanten können Fußball spielen ist der groteske Titel einer meisterlichen Komödie des Regisseurs Mikhail Segal, der in Münster und Düsseldorf kein Unbekannter ist. In seinem Film geht es jedoch nicht um Elefanten, sondern um die mit analytischem Humor dargestellte Geschichte eines erfolgreichen, aber beziehungsgestörten Mannes.

In Ayka zeichnet Regisseur Sergey Dvortsevoy das Bild einer unvergesslichen Frauenfigur stellvertretend für alle „ganz unten“, das Schicksal einer Migrantin im Moloch Moskau.

Publikumsgespräche mit Filmschaffenden begleiten das Filmprogramm.

Alle Filme werden im Originalton mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Gudrun Wolff
für die deutsch-russische Gesellschaft Münster und für den filmclub münster

Bernd Desinger
für das Filmmuseum Düsseldorf

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