Russische Filmtage Münster und Düsseldorf 2021

Die Russischen Filmtage 2021 finden doch noch statt! Herzlich willkommen!

Endlich kehrt die (Film-)Kultur zurück…

Nachdem die Russischen Filmtage 2020 kurz nach der Eröffnung dem pandemiebedingten Lockdown zum Opfer fielen und auch die für den März geplanten Filmtage 2021 abgesetzt werden mussten, freuen wir uns, Ihnen kurz vor Ende des Jahres doch noch ein interessantes Programm präsentieren zu können. Es besteht zum einen aus den Filmen, die wir 2020 nicht mehr zeigen konnten, Ihnen aber keinesfalls vorenthalten wollten, zum anderen aus außergewöhnlichen neuen Produktionen.

Unser Eröffnungsfilm Die Fee der Star-Regisseurin Anna Melikian bietet ein Feuerwerk unterschiedlicher Wirklichkeiten im Moskauer Großstadtmilieu. Geschäftsmann Jewgeni Wojgin, großspuriger Entwickler von Virtual-Reality-Spielen, glaubt die Realität zu kennen. Doch die zufällige Begegnung mit der naiv-verträumten feministischen Aktivistin Tanja, der „Fee“, verändert sein Leben und seine Wahrnehmung von Sein und Schein.

In Andrei Tarkowski. Der Film als Gebet entwickelt Regisseur Andrei Tarkowski junior aus Archivmaterialien und Filmausschnitten das Bild seines Vaters als eines Künstlers, der sich in der Verantwortung der Welt gegenübersah und in deren Dienst er seine Kunst stellte. Ein komplexes und eindrucksvolles filmisches Denkmal für den weltberühmten Regisseur!

Die Dokumentation über Tarkowski war für uns natürliche Motivation, während der diesjährigen Filmtage auch ein Werk der russischen Filmlegende zu präsentieren. Wir haben dazu seinen vorletzten Film ausgewählt, Nostalghia, dessen Produktion ihn nach Italien geführt hat. Nostalghia ist eine Begegnung von Kulturen und Zeiten, ein Film, der durch seine einzigartige Atmosphäre mit unvergesslichen gemäldeartigen Bildkompositionen und einem nachhallenden Klangbild besticht.

Filme aus dem Programm 2020:

Im Film Herz der Welt der Regisseurin Natalia Meschtschaninowa geht es um die Frage der Identität. Jegor, der Held des Films, ist ein „Verlorener“ auf der Suche nach Zugehörigkeit und Sicherheit. In einer Zuchtstation für Jagdhunde findet er einen sicheren, aber bedrückenden Lebensrahmen. Sich selbst findet er nicht. Ob der Film als Allegorie auf das heutige Russland zu verstehen ist, wie der Filmkritiker Anton Dolin meint, bleibt eine offene Frage.

Mit dem Debütfilm der Regisseurin Anna Parmas Komm, wir lassen uns scheiden bieten wir dem Publikum eine echte, überwältigend gut gespielte Komödie, bei der viel gelacht werden kann.

Ein russischer Junge ist ein Antikriegsdrama, das im Ersten Weltkrieg spielt. In Alexander Solotuchins Film geht es indes nicht um die Darstellung von Schlachten, sondern um den naiv-enthusiastischen Patriotismus eines 17jährigen Dorfjungen, der in den Krieg zieht mit dem Traum, Ruhm und Medaillen zu erwerben. Dem jungen Regisseur, Schüler des legendären Regisseurs Alexander Sokurow, gelingt ein visuell und musikalisch ungewöhnlich experimenteller Film.

Aufgrund der Pandemie müssen wir auf live Publikumsgespräche mit Filmschaffenden leider verzichten. Zur Eröffnung ist jedoch eine Diskussion mit der Regisseur*in oder einer Schauspielerin/einem Schauspieler per Zoom geplant.

Alle Filme werden im Originalton mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Gudrun Wolff
für die deutsch-russische Gesellschaft Münster und für den filmclub münster

Bernd Desinger
für das Filmmuseum Düsseldorf

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