Die Fee (OmdtU)

RUS 2020 // R+B Anna Melikian // K Andrei Maika // M Kirill Richter // D Konstantin Chabenski, Ingeborga Dapkunaite, Jekaterina Ageewa, Wilen Babitschew, Tinatin Dalakischwili, Nikita Jelenew, Wladimir Mischukow, Maria Schalaewa // 150 Min.

Jewgeni Wojgin, Entwickler der besten Virtual-Reality-Spiele, ist überzeugt, dass er alles und jeden in seinem Leben kontrolliert. Doch die zufällige Bekanntschaft mit der jungen Aktivistin Tanja öffnet ihm die Augen für die Erkenntnis, dass diese Welt viel größer und komplizierter ist, als er dachte. „Die Fee“ ist der dritte Film der Trilogie von Anna Melikian, ein urbaner Filmroman aus dem Leben des modernen Moskau. Im Zentrum steht eine naive, schöne, ein wenig weltfremd gewordene Träumerin. Die Thematik ist komplex: die russische Orthodoxie, der russische Faschismus und der linke Aktivismus sind ebenso Teil der Handlung wie Anspielungen auf Lars von Trier und Tarkowski.

„Melikian ist einer der leuchtendsten Stars der neuen Regisseure der 2000er Jahre.“ (Filmkritiker Anton Dolin).

Wegen der Pandemie war Die Fee der erste russische, außergewöhnliche Autor*innenfilm, der nicht auf internationalen Festivals erschien, sondern sofort im Streaming herauskam.

Awards & Festivals:
Bester Film auf dem Online-Festival des russischen Films.

Termin Münster:
Sonntag, 31.10.2021, 17:00 Uhr

Termin Düsseldorf:
Donnerstag, 04.11.2021, 20:00 Uhr

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Andrei Tarkowski. Der Film als Gebet (OmdtU)

I/RUS/S 2019 // R+B Andrei A. Tarkowski jr. // K Aleksey Naidenow // M Saverio Damiani // 97 Min.

„Ursprünglich wollte ich Solaris drehen, ohne im Film jemals die Erde zu verlassen. Das wäre natürlich viel interessanter geworden, aber Stanislav Lem war dagegen.“

Es gibt wohl kaum Regisseure, deren Werk so oft neu interpretiert, mystifiziert und kultiviert wurde, wie Andrei Tarkowski. Mehr als 30 Jahre nach dessen Tod traut sich Andrei Tarkowski Jr. mithilfe seltener Archiv- und Tonaufnahmen an das Erbe seines Vaters heran. Entstanden ist ein biografischer und philosophischer Film, in dem Tarkowski selbst unter anderem über sein Verhältnis zu Kunst, Religion, Familie und Freiheit spricht. In der chronologisch angelegten Dokumentation Tarkowskis dominiert die seinem Vater so wichtige Poesie der Bilder. Aus Archivmaterialien und Filmausschnitten entwickelt sich das Bild eines Künstlers, der sich in der Verantwortung der Welt gegenübersah, in deren Dienst er seine Kunst stellte.

Awards & Festivals:
Filmfestspiele Venedig, Venice Classics, 2019

Termin Münster:
Montag, 08.11.2021, 20:00 Uhr

Termin Düsseldorf:
Montag, 15.11.2021, 20:00 Uhr

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Nostalghia (OmdtU)

I/UdSSR 1983 // R Andrei Tarkowski // B Andrei Tarkowski, Tonino Guerra // K Giuseppe Lanci // D Oleg Jankowski, Erland Josephson, Domiziana Giordano, Patrizia Terreno, Laura de Marchi, Delia Boccardo, Milena Vukotic // 125 Min.

Der russische Schriftsteller Andrei Gortschakow begibt sich für Recherchen auf die Spuren eines russischen Komponisten des 19. Jahrhunderts nach Italien. Zusammen mit der Dolmetscherin Eugenia bereist Andrei verschiedene Wirkungsstätten seines Landsmannes. Das Erlebnis der fremden Landschaft und Kultur und die übermächtige Erinnerung an die Heimat setzen Andrei zu. In seinem Schmerz lehnt er die Liebe Eugenias ab und findet dagegen im leicht verrückten Mathematiker Domenico einen Seelenverwandten.

Mit sehr viel Feingefühl für innere Stimmungen zeichnet Andrei Tarkowski, unterstützt vom dramaturgischen Sensorium des italienischen Drehbuchpartners Tonino Guerra, die Begegnung der Kulturen und Zeiten. In unerreichter Dichte wird spürbar, dass „Nostalghia“ für einen russischen Menschen weit mehr meint als unser Wort Nostalgie, dass um­gekehrt aber eben auch unsere Nostalgie weit umfassender ist, als man gemeinhin annimmt.

Tarkowskis erstes im Ausland gedrehtes Werk besticht durch eine einzigartige Atmosphäre mit gemäldeartigen Bildkompositionen. In Cannes brachte es ihm den Preis für die beste Regie ein.

Awards & Festivals:
Filmfestspiele Cannes 1983: Preis der Ökumenischen Jury und FIPRESCI Preis.

Termin Münster:
Montag, 15.11.2021, 20:00 Uhr

Termin Düsseldorf:
Sonntag, 28.11.2021, 12:00 Uhr

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Herz der Welt (OmdtU)

RUS/LT 2018 // R Natalia Meschtschaninowa // B Natalia Meschtschaninowa, Boris Chlebnikov, Stepan Devonin // K Evgeny Tsvetkov // D Stepan Devonin, Dmitry Podnozov, Jana Sekste, Vita Ovodkov, Ekaterina Vasilieva // 124 Min.

Jegor ist ein 25-jähriger Veterinär. Er arbeitet auf einer abgelegenen Farm irgendwo auf dem russischen Land, wo für ein Jagdhund-Training domestizierte Füchse benutzt werden. Jegor ist ein erwachsener Mann, der jedoch tief in seinem Inneren ein Kind geblieben ist. Für ihn ist es einfacher mit Tieren umzugehen als mit Menschen. Nach einer von Gewalt bestimmten Mutter-Sohn-Beziehung braucht er dringend eine geordnete Umgebung. Er möchte Tiere pflegen und Teil der engen Familie des Farmers sein. Als eine Gruppe von Tierschützern in diesen fragilen Mikrokosmos eindringt, wird sein Gleichgewicht zerstört. Jegors Welt bricht zusammen.

Awards & Festivals:
Großer Preis beim Filmfestival KINOTAVR, Sotschi 2018
San Sebastian International Filmfestival, Toronto International Filmfestival

Termin Münster:
Montag, 22.11.2021, 20:00 Uhr

Termin Düsseldorf:
Montag, 08.11.2021, 20:00 Uhr

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Komm, wir lassen uns scheiden (OmdtU)

RUS 2019 // R Anna Parmas // B Anna Parmas, Maria Schulgina, Elisaweta Tichonowa // K Lewan Kapanadse // D Anna Michalkowa, Swetlana Kamynina, Anton Filipenko // 92 Min.

Mascha ist Gynäkologin. Ihre Arbeit beansprucht sie, ihre Kinder fordern ihre ganze Aufmerksamkeit. Sie ahnt nicht, dass ihr Ehemann dabei ist, sie zu verlassen. Doch dann kommt der Schock: Er hat eine Affäre mit seiner jungen hübschen Fitnesstrainerin. Mascha, die nicht gewohnt ist zu verlieren, kämpft um ihren Ehemann. Sie setzt alles daran – einschließlich übernatürliche
Kräfte – um ihn zurück zu bekommen. Ihr neues Leben eröffnet ihr jedoch neue Möglichkeiten. Lohnt es sich also, diese alte, kaum flackernde Flamme neu zu entfachen?

Ein amüsantes Beziehungsdrama, bei dem das Lachen nicht zu kurz kommt. Die Regisseurin Anna Parmas inszeniert in ihrem Spielfilmdebüt eine starke Frauenrolle, die von Anna Michalkowa grandios verkörpert wird.

Awards & Festivals:
Auszeichnungen für das „Beste Debüt“ und das „Beste Drehbuch“ auf dem Filmfestival KINOTAVR, Sotschi 2019

Termin Münster:
Montag, 29.11.2021, 20:00 Uhr

Termin Düsseldorf:
Montag, 29.11.2021, 20:00 Uhr

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Ein russischer Junge (OmdtU)

RUS 2018 // R+B Alexander Solotuchin // K Ayrat Yamilow // M Sergei Rachmaninow // P Alexander Sokurow // D Vladimir Korolev, Mikhail Buturlov, Artjom Leschtschik, Danil Tyabin, Sergey Gontscharenko, Filipp Dyatschkov // 72 Min.

Getrieben von naiven Träumen von Sieg und Ruhm, zieht ein siebzehnjähriger junger Mann freiwillig an die Front des ersten Weltkriegs. Bei einem Gasangriff der Deutschen verliert er sein Augenlicht. Tastend geht er durchs Militärlager. Seine Kameraden helfen und führen ihn. Wegen seines überdurchschnittlichen Gehörs wird er an einem Frühwarnsystem für feindliche Flugzeuge eingesetzt.

Aktuelle dokumentarische Aufnahmen von Orchesterproben zu Sergei Rachmaninows Konzerten begleiten die Handlung, ohne sie zu unterbrechen. Geprobt wird das 3. Konzert für Klavier und Orchester Op. 30, das er 1909, also vor dem Ersten Weltkrieg geschrieben hat, und die Sinfonischen Tänze Op. 45, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs 1940 entstanden. Die Proben übersetzen die Motive und Themen in einen akustischen Resonanzraum. Die Bilder des Films sind von einer außergewöhnlichen visuellen Kraft. In ihrer Stilisierung erinnern sie an Ingmar Bergman.

Awards & Festivals:
Russischer Beitrag im Forum der Berlinale 2019

Vorfilm:
Clash of Memories
R Stefano Di Pietro // 10 Min.

Produktion des EU-Russland Zivilgesellschaftsforums

Der Zweite Weltkrieg ist eines der schmerzlichsten und konfliktreichsten Ereignissen der jüngeren Geschichte Europas. Für eine gemeinsame Zukunft ist eine Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Länder die Voraussetzung. Der Film wurde in drei Ländern an Gedenkstätten des Zweiten Weltkriegs gedreht: Am Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, auf der Halbinsel Westerplatte in Gdańsk und im Museum des Sieges in Moskau.

Termin Münster:
Schulvorstellung nach Vereinbarung

Termin Düsseldorf:
Montag, 22.11.2021, 20:00 Uhr

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