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Die weißen Nächte des Postboten 14+ Das Ereignis Ein Film über Aleksejew

Engel der Revolution
Autoaffären Leviathan

Die weißen Nächte des Postboten (OmdtU)

RUS 2014 // R Andrej Kontschalowskij // B Andrej Kontschalowskij, Elena Kiseljewa // K Aleksandr Simonow // S Sergej Taraskin // M Eduard Artemjew // D Aleksej Trjapitsyn, Irina Ermolowa, Timur Bondarenko, Viktor Kolobkow, Wiktor Berezin, Tatjana Silich // 101 Min.

Eine kleine Ansiedlung am nordrussischen Kenosero-See – hier lebt Ljoscha, der seinen bescheidenen Lebensunterhalt als Postbote verdient und die DorfbewohnerInnen auch mit Brot, ihrer Rente oder Wodka versorgt. Ihn verbindet eine stille Liebe mit einer ehemaligen Mitschülerin aus lang vergangenen Tagen, die ihren kleinen Sohn alleine großzieht, sich aber nach einem besseren Leben in der Stadt sehnt. Als eines Tages sein Außenbordmotor gestohlen wird, bedeutet das für Ljoscha eine Katastrophe – wie soll er nun arbeiten?

In poetischen Bildern zeigt Andrej Kontschalovskij in seinem ausschließlich mit LaiendarstellerInnen aus der Region gedrehten dokumentarischen Spielfilm die Schönheit der Natur im Kontrast mit der Verlorenheit des russischen Dorfes und der fragilen Welt der kleinen Leute.

Silberner Löwe des Filmfestivals Venedig 2014. Green Drop Award 2014.

Termine Münster
Sonntag, 28.02.2016, 17:00 Uhr, Eröffnung, Publikumsgespräch mit Drehbuchautorin Elena Kiseljewa // Mittwoch, 02.03.2016, 19:00 Uhr

Termin Düsseldorf
Mittwoch, 04.05.2016, 19:30 Uhr, Eröffnung, Regisseur Andrej Kontschalowskij ist angefragt.

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14+ (OmdtU)

RUS 2015 // R+B Andrej Sajzew // K Kirill Bobrow, Schandor Berkeschi // S Andrej Sajzew, Julia Batalowa // D Gleb Kaljuschnij, Uljana Waskowitsch, Olga Osollapinja, Alexej Filimonow, Dmitrij Barinow, Daniil Pikula, Elizaweta Makodonskaja // 106 Min.

Zärtlich streichelt Alex mit seinem Cursor über die geposteten Bilder von Wika. Seit er sie mit ihren Freundinnen gesehen hat, ist Alex völlig verknallt und denkt an nichts anderes mehr. Über ihr Profil in einem sozialen Netzwerk erfährt er viel über Wika. Sie ahnt davon nichts. Und sie scheint unerreichbar für Alex zu sein, denn ihre Schule und ihr Wohnblock sind Feindesland für ihn. Trotzdem wagt sich Alex in eine Disco an ihrer Schule und bittet Wika mutig um einen Tanz. Empört über den Eindringling verprügeln ihn die anderen Jungen. Doch dieser schlimme Vorfall hat sein Gutes. Wika meldet sich bei ihm und so nimmt eine zarte Liebesgeschichte ihren Lauf.

„Der Film erzählt die ebenso turbulente wie berührende Geschichte einer ersten Liebe in einer endlos weiten Hochhausvorstadt. Wenn hier auch manches an „Romeo und Julia“ erinnert: Zuletzt sind die Liebenden nicht im Tod vereint, sondern im Leben.“ – Berlinale 2015

Internationales Filmfestival „Voices“ 2015, Sympathiepreis des Publikums und Diplom für die Hauptdarsteller. Filmfestival Kinotavr 2015, Spezialpreis der Jury

Termine Münster
Freitag, 04.03.2016, 18:00 Uhr // Sonntag, 13.03.2016, 15:30 Uhr

Termin Düsseldorf
Mittwoch, 25.05.2016, 20:00 Uhr

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Das Ereignis. August 1991 (OmdtU)

RUS 2015 // R+B Sergei Loznitsa // 74 Min.

August 1991. Einige Hardcore-Kommunisten putschen gegen die Reform-Politik Gorbatschovs. Sie setzen den Präsidenten fest, besetzen die staatlichen Radio- und Fernsehsender. Anstelle von Nachrichten senden sie permanent Tschaikowskis „Schwanensee“. Panzer umstellen den Roten Platz. In Moskau versammeln sich die Massen ums Weiße Haus, bereit, die demokratische Opposition um Jelzin zu verteidigen. In Leningrad laufen Tausende von verängstigten und aufgeregten Menschen durch die Straßen, bauen Barrikaden. Der Putsch ist gescheitert. Das ist das Ende der 70-jährigen Herrschaft der Sowjets.

25 Jahre später zeichnet Sergei Loznitsa dieses Ereignis nach, das als Geburt der russischen Demokratie gilt. Was aber war die treibende Kraft hinter der Menge auf dem Schlossplatz in Leningrad? Sind wir Zeugen des Kollapses des Regimes oder seiner neuen Etikettierung? Wer sind die Menschen, die in die Kameras schauen: Sieger oder Besiegte?

„Wie schon bei Maidan gelingt dem Regisseur eine makellose künstlerische Inszenierung […]“ – Gonzalo Suárez, Cineuropa

„Wie alles in der Geschichte, ist Das Ereignis eine Aufzeichnung der verpassten Chancen, aber mit seiner Schwarz-Weiß-Fotografie und Loznitsas Blick für einen Moment intimer Gedanken selbst im Strudel der Veränderung, ist dies ein fesselnder, nüchterner und elegischer Dokumentarfilm.“ – John Bleasdale, CineVue

22. Filmfestival Venedig, 2015, außerhalb des Wettbewerbs. Internationales Filmfestival Riga 2015, 1. Preis. DOK Leipzig2015, Filmpreis Leipziger Ring

Termine Münster
Sonntag, 06.03.2016, 17:00 Uhr, nach dem Film Diskussion. Regisseur Sergei Loznitsa ist angefragt. // Mittwoch, 09.03.2016, 19:00 Uhr

Termin Düsseldorf
Sonntag, 08.05.2016, 17:00 Uhr , Regisseur Sergei Loznitsa ist angefragt.

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Ein Film über Aleksejew (OmdtU)

RUS 2014 // R+B Michail Segal // K Eduard Moschkowitsch // M Michail Segal // D Aleksandr Sbrujew, Aleksej Kapitonow, Tatjana Majst, Ksenija Radschenko, Darja Gutsul, Anastasija Popkowa, Andrej
Makarewitsch // 95 Min.

„Was ist Liebe?“, fragt Andrej Tarkowskij. Aleksejew lernt den berühmten Regisseur bei Dreharbeiten zu seinem Film „Andrej Rubljow“ kennen. Tarkowskijs Antwort wird von Aleksejew während des ganzen Films zwanghaft wiederholt. „Liebe ist, zu verstehen, was ein Mensch wirklich im konkreten Moment braucht … und es ihm zu geben.“ Dieser Satz wird zum Leitmotiv des Films und führt zu einem überraschenden und rührenden Ende.

Regisseur Michail Segal zeigt prägende Momente aus Aleksejews Leben – eines gewöhnlichen Ingenieurs und wenig erfolgreichen Lyrikers und Sängers. Er nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in die 70er Jahre – die Tauwetterperiode in der Sowjetunion, voller kreativer Energie und Hoffnung auf politische Veränderungen. Sein spöttischer Blick auf die technische Intelligenz und auf die Bardenszene als politischer Rückzugsraum
zwischen Widerstand und Anpassung lässt dabei keine Sowjetnostalgie zu.

Korrespondentin Ksenia Reutowa nennt den Film „eine Kinosaga über die Barden, betrügerisch leicht, sehr ambitioniert und unglaublich schön.“

Ilja Miller (The Hollywood Reporter) vergleicht den Film mit „Inside Llewyn Davis“ der Brüder Coen: „Hier und dort zieht ein fiktiver Loser mit einer Gitarre durch eine große Stadt.“

Eröffnungsfilm auf den Filmfestivals „Kinotavr“ 2014. A. Tarkowskij Festival 2014. Internationales Moskauer Filmfestival 2014. Preis „Goldener Adler“ für die beste männliche Rolle an Aleksandr Sbrujew. XIII. Filmfestival „Vivat Kino Rossija“ Preis für das beste Drehbuch, Preis der Presse

Termine Münster
Donnerstag, 10.03.2016, 19:00 Uhr // Freitag, 18.03.2016, 19:00 Uhr

Termin Düsseldorf
Sonntag, 22.05.2016, 15:00 Uhr

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Engel der Revolution (OmdtU)

RUS 2014 // R Alexej Fedortschenko // B Alexej Fedortschenko, Denis Osokin, Oleg Lojewskij // K Sshandor Berkeschi // S Roman Waschenin // M Andrej Karasjew // D Daria Ekamasowa, Pawel Basow, Georgi Iobadze, Konstantin Balakirew, Oleg Jagodin, Alexej Solontschew // 113 Min.

Während der Russischen Revolution galt Polina Schneider als die Geheimwaffe der Bolschewiki. Jahre später, 1934, wird sie wieder für einen Sonderauftrag auserkoren: Sie soll die Chanten und Nenzen im Nordwesten der jungen Sowjetunion zum Kommunismus bekehren. Gemeinsam mit vier ehemaligen MitstreiterInnen – allesamt KünstlerInnen der Avantgarde – macht sie sich auf den Weg nach Sibirien und versucht mit ihren Mitteln, die Lehre Lenins durchzusetzen. Doch die indigene Bevölkerung hält hartnäckig an ihren jahrhundertealten schamanischen Ritualen fest.

„Engel der Revolution ist eine unglaublich reiche Erfahrung, denn es gibt kein einziges überflüssiges oder langweiliges Bild. Auch werden keine unausgegorenen Ideen vorgestellt. Eine Vielzahl von Ideen mit sardonischem Humor in aufwändigen Skizzen kondensiert […] beweisen Fedortschenkos visionäre Kraft.“ – Martin Kudlac, Twitchfilm

IFF Rotterdam 2015 (Signals: Everyday Propaganda), Marc´Aurelio of the Future (Rome Film Festival 2014), Preis für die beste Regie Kinotavr 2015, Preis der Gilde der Kritiker „Elefant“

Termine Münster
Sonntag, 13.03.2016, 17:00 Uhr, Regisseur Alexej Fedortschenko ist angefragt. // Donnerstag, 17.03.2016, 19:00 Uhr

Termin Düsseldorf
Mittwoch, 11.05.2016, 20:00 Uhr, Regisseur Alexej Fedortschenko ist angefragt.

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Autoaffären (DF)

UdSSR 1966 // R Eldar Rjasanow // B Emil Braginskij, Eldar Rjasanow // K Anatolij Mukasej, Wladimir Nachabzew // S Jekaterina Owsjannikowa // M Andrej Petrow // D Innokentij Smoktunowski, Oleg Efremow, Ljubow Dobrschanskaja, Anatolij Papanow, Olga Arosewa, Andrej Mironow // 94 Min.

Eine Hommage an den im November 2015 verstorbenen Regisseur Eldar Rjasanow: Er war einer der bekanntesten und beliebtesten Filmemacher der Sowjetunion und Russlands, ein Meister liebevoller gesellschaftskritischer Komödien, die in Russland jeder kennt.

Juri Dedotschkin, der Protagonist der Autoaffären, ist ein Robin Hood der Autodiebe. Eigentlich ist er Versicherungsmakler, verdingt sich jedoch nebenbei als Autoknacker. Dabei klaut er nur die Wagen von Schiebern, geschmierten Beamten und sonstigen Verbrechern. Den Gewinn aus dem Autokauf überweist er an Kinderheime. Doch er muss sich hüten, denn sein bester Freund, ein Polizist, ist ihm schon auf der Spur. Sie spielen in derselben Theatergruppe. Bei einer Shakespeare-Inszenierung kommt es zum Showdown. Literarische und filmische Vorbilder für die Figur des Juri Dedotschkin waren für Rjasanow Don Quichote, Charlie Chaplin und Dostojewskis Fürst Myschkin.

Ein gesellschaftskritischer Unterhaltungsfilm, der auch wegen der herausragenden schauspielerischen Leistung des berühmten Hamlet-Darstellers Innokenti Smoktunowski sehenswert ist.

Termine Münster
Mittwoch, 16.03.2016, 19:00 Uhr // Sonntag, 20.03.2016, 17:00 Uhr

Termin Düsseldorf
Sonntag, 15.05.2016, 17:00 Uhr

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Leviathan (OmdtU)

RUS 2014 // R Andrey Zvyagintsev // B Oleg Negin, Andrey Zvyagintsev // K Mikhail Krichman // M Philip Glass // D Aleksey Serebryakov, Roman Madyanov, Vladimir Vdovichenkov, Elena Lyadova, Sergey Pokhodaev // 142 Min.

Kolya lebt in einem Dorf in der Nähe der Barentsee in Nord-Russland. Er betreibt eine kleine Autowerkstatt, die gleich neben seinem Haus gelegen ist, wo er mit seiner jungen Frau Lilya und seinem Sohn Roma aus erster Ehe lebt. Ihr ruhiger Alltag erfährt ein plötzliches Ende, als der korrupte Bürgermeister des Dorfes sich die Werkstatt, das Haus und das Land unter den Nagel reißen will. Zunächst bietet er Kolya Geld, aber der lehnt entschieden ab. Er will nicht alles verlieren, was er besitzt. Nicht nur das Land, sondern auch die landschaftliche Schönheit, die ihn seit den Tagen seiner Geburt umgibt. Als der Bürgermeister in seinem Vorgehen immer skrupelloser wird, bittet Kolya seinen Freund Dmitri, der Anwalt in Moskau ist, ihm zu helfen. Er ahnt nicht, dass dieser Schritt sein Leben für immer verändern wird …

„Leviathan“ ist eine moderne Erzählung der biblischen Geschichte von Hiob im heutigen Russland. „Leviathan“ ist auch Thomas Hobbes‘ Ordnungsmacht, gestrandet und machtlos gegen Willkür und Korruption.

Preis für das beste Drehbuch auf dem 67. Filmfestival Cannes 2014.
Preis für den besten internationalen Film auf dem 32. Internationalen Filmfest München 2014.
Golden Globe 2015 für den besten fremdsprachigen Film.
Nominiert für den Oscar® 2015.

Termin Düsseldorf
Sonntag, 29.05.2016, 17:00 Uhr

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