Filme

Ueber die Liebe Der die Zeichen liest Paradies Petersburg

Aktion&Strafe Good Boy

Über die Liebe (OmdtU)

RUS 2015 // R Anna Melikyan // B Andrey Migachev, Anna Melikyan // K Fyodor Lyass // S Michail Igonin // M Dimitri Emeljanov // D Renata Litvinova, Vladimir Mashkov, Yevgeni Tzyganov, Mikhail Efremov, Maria Shalayeva, Yulya Snigir, Aleksei Filimonov, Aleksandra Bortich, Maria Danilyuk, Ravshana Kurkova, Yuri Kolokolnikov, Vasil Raksha, Aleksandr Robak, Maksim Lagaskin, Aleksei Makarov, Kristina Isaikina, Miyako Shimamura, Keizuke Shibazaki // 115 Min.

Liebe ist…? Dieser ewigen Frage gehen die Helden des Episodenfilms nach und entführen den Zuschauer in ihre Welten und Lebensentwürfe, die bunter und unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Wege der Protagonisten kreuzen sich auf amüsante Weise früher oder später. Ein Paar hat sich in der Welt der japanischen Animes gefunden, als knallbunte Avatare. Als sie sich in natura treffen, geht der Zauber aber verloren. Eine junge Japanerin kommt nach Moskau, um sich einen russischen Mann zu suchen.

Sechs Beziehungsgeschichten erzählt Regisseurin Anna Melikian. Verbunden wird der heitere bis gelegentlich tragische Reigen durch einen Vortrag über die Liebe, zelebriert von der russischen Filmdiva Renata Litwinowa. Filmische Bilder konkurrieren mit Chatfenstern und Selfies. Social Media, Dating-Apps und Videospiele funktionieren als Hauptaufstellungsort von Identitätsbildung und Selbstdarstellung. Die Megapolis Moskau spielt mit. Ein junges, visuell umwerfendes russisches Kino.

“Melikyan gelang eine kluge und sehr lebendige Hymne über das leichte Lebensgefühl der Generation Großstadt.” – Alexej Bagatov, BURO24/7

Hauptpreis als „Bester Film“ auf dem Filmfestival Kinotavr, Sotschi 2015.
Golden Eagle Award für den besten Film 2015.

Termine Münster
Sonntag, 05.03.2017, 17:00 Uhr // Montag, 06.03.2017, 21:00 Uhr

Termin Düsseldorf
Samstag, 04.03.2017, 19:00 Uhr

nach oben

Der die Zeichen liest (OmdtU)

RUS 2016 // R Kirill Serebrennikov // B Kirill Serebrennikov, nach einem Theaterstück von Marius von Mayenburg // K Vladislav Opelyants // S Juri Karikh // M Ilja Demutsky // D Petr Skvortsov, Victoria Isakova, Svetlana Bragarnik, Anton Vasiliev, Julia Aug, Aleksandra Revenko, Aleksandr Gorchilin // 118 Min.

Benjamin ist Schüler an einer staatlichen Schule. Eines Tages weigert er sich am Schwimmunterricht teilzunehmen, weil der Anblick seiner minimal bekleideten Mitschülerinnen seine religiösen Gefühle verletzt. Benjamin ist konvertiert: zum Christentum. Er begründet seine Aggressionen mit Sprüchen aus der Bibel, die er faktisch auswendig lernt. So hat er, was er will: Aufmerksamkeit und Macht. Benjamin geht auf Rebellionskurs, ein Missionar und Kreuzzügler, der gegen Homosexualität, geschiedene Frauen und Evolutionstheorie die Bibel ins Feld zu führen weiß. Seine ideologische Überzeugungskraft und sein heftiger Protest bringen die Lehrerschaft ins Wanken: die Mädchen müssen ab sofort in Badeanzügen schwimmen, das Kondom wird aus dem Biologie-Unterricht verbannt. Für Benjamin reicht das allerdings noch lange nicht: der selbsternannte Jünger Jesu lässt seine Feinde nicht ungeschoren davon kommen …

Die Adaption des deutschen Theaterstücks „Märtyrer“ von Marius von Mayenburg ist zugleich ein satirischer Blick auf die moderne russische Gesellschaft. Seit seiner Premiere in Cannes wird Serebrennikovs wilde und furiose Groteske international euphorisch gefeiert.

François Chalais Award, Filmfestival Cannes 2016.
Award Golden Unicorn , Woche des Russischen Films, London 2016.
Audience Award, Biografilm Festival 2016.

Termine Münster
Mittwoch, 08.03.2017, 18:45 Uhr // Montag, 13.03.2017, 21:00 Uhr

nach oben

Paradies (OmdtU)

RUS/D 2016 // R Andrei Konchalovsky // B Andrei Konchalovsky, Elena Kiseleva // K Aleksandr Simonov // M Sergei Shusticki // D Julia Vysotskaya, Christian Clauss, Philippe Duquesne, Peter Kurth // 131 Min.

Paradies erzählt die tragische Geschichte dreier Individuen, Olga, Jules und Helmut, deren Wege sich inmitten der Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges kreuzen. Olga, eine russische, aristokratische Emigrantin, ist Mitglied des französischen Widerstandes. Weil sie jüdische Kinder versteckt hat, wird sie von der SA verhaftet und inhaftiert. Im Gefängnis trifft sie auf Jules, einen französisch-nationalsozialistischen Kollaborateur, der für ihren Fall zuständig ist. Jules liebt Olga und bietet ihr im Austausch für sexuelle Gefälligkeiten eine milde Strafe an. Olga lässt sich darauf ein, jedoch nehmen die Ereignisse eine unerwartete Wendung. Sie wird in ein Konzentrationslager deportiert, in ein Leben in der Hölle gezwungen. Zu ihrer Überraschung trifft sie dort den hochrangigen deutschen SS-Offizier Helmut, der einst in sie verliebt war und immer noch starke Gefühle für sie hat. Sie geraten in eine zerstörerische Beziehung. Helmut beschließt, Olga zu retten und bietet ihr die Flucht aus dem KZ an. Jedoch nimmt Olgas Vorstellung vom Paradies eine unwiderrufliche Wende.

Gefilmt in sehr klaren Schwarz-Weiß-Bildern entwirft Kontschalowskij ein Abbild des Grauens und kreiert einen nachhallenden Appell für Menschlichkeit.

Silberner Löwe auf dem 73. Internationalen Filmfestival in Venedig 2016.
Preis für einzigartige, innovative Filmkunst auf dem internationalen Filmfestival in Chicago.
Silberner Astor für das beste Drehbuch auf dem Internationalen Filmfestival in Mar-del-Plata, Argentinien.
Auf der Shortlist für den Oscar „Bester fremdsprachiger Film“.

Termine Münster
Sonntag, 12.03.2017, 17:00 Uhr in Anwesenheit der Drehbuchautorin Elena Kiseleva // Mittwoch, 15.03.2017, 18:30 Uhr

Termin Düsseldorf
Montag, 13.03.2017, 20:00 Uhr in Anwesenheit der Drehbuchautorin Elena Kiseleva

nach oben

Petersburg. Ein Selfie (OmdtU)

RUS 2016 // R+B Oksana Bytschkowa, Aksinja Gog, Natalja Kudrjaschowa, Renata Litwinowa, Natalja Nasarowa, Anna Parmas, Avdotja Smirnowa // K Kirill Bobrov, Alisher Khamidkhodzhaev, Oleg Lukichyov, Eduard Moshkovich, Maksim Osadchiy-Korytkovskiy, Ksenia Sereda // D Anastasia Pronina, Nikita, Smolianinov, Anna Ukolova, Masha Urosova, Nadeschda Lumpova, Aleksander Pal, Polina Kutepova, Swetlana Kamynina, Nadeschda Markina, Anna Michalkowa, Maksim Vitorgan, Renata Litwinowa // 112 Min.

Sieben Geschichten über die schönste Stadt Russlands gedreht von sieben Regisseurinnen vermitteln die einzigartige Atmosphäre der russischen Kult- und Kulturstadt. Schräg, schrill, komisch bis absurd sind die Geschichten und jede ein Unikat.

Auf der berühmten Anitschkow-Brücke gerät eine gestresste Stadtführerin in einen grotesken Dialog mit einem indianischen Touristen. Im Zentrum von Josephs Traum steht die Inszenierung eines Theaterstücks im aristokratischen Russland stellvertretend für die Bedeutung der Kultur in St. Petersburg. Die Partnersuche im mittleren Alter kann so einige Hürden und Überraschungen mit sich bringen. Das Mutter-Tochter-Verhältnis wird durch die bevorstehende Geburt des Enkels auf die Belastungsprobe gestellt. Der Ehrgeiz einer Mutter schmuggelt die Tochter inkognito in einen Jungen-Chor. Das Mobiltelefon fungiert als Kommunikationsmittel, um mittels Selfie seinen Selbstmord zu inszenieren. Und um seine große Liebe an einem gesprächsfaulen Morgen an der Bushaltestelle kennenzulernen, kann man sich schon mal taubstumm stellen. Erfolg nicht zwingend garantiert.

Mit beeindruckenden Bildern und weiblichem Blick erweisen die Regisseurinnen der Stadt ihre Liebeserklärungen.

Eröffnungsfilm des Filmfestivals Kinotavr, Sotschi, 2016.

Termine Münster
Freitag, 17.03.2017, 18:00 Uhr // Sonntag, 26.03.2017, 17:00 Uhr in Anwesenheit der Regisseurin Oksana Bytschkowa

Termin Düsseldorf
Montag, 27.03.2017, 20:00 Uhr in Anwesenheit der Regisseurin Oksana Bytschkowa

nach oben

Aktion & Strafe (OmdtU)

RUS 2016 // R+B Evgeny Mitta // K Wladimir Kanareikin, Alexander Kusnetsow, Igor Malachow // S Igor Malachow // D Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Aljochina, Yekaterina Samutsewitsch // 90 Min.

Die jungen Aktionskünstlerinnen Nadeschda Tolokonnikowa und Yekaterina Samutsewitsch haben die bekannte Kunstaktionsgruppe „Wojna“ verlassen. Sie fühlten sich von ihren männlichen Kollegen unterdrückt und gründeten eine eigene Gruppe, in der sie ihre Ideen von Gleichberechtigung und Freiheit ausdrücken konnten. So wurde Pussy Riot geboren, eine Verbindung aus Kunstaktionen, Feminismus und Punk-Rock.

Die Pussy Riots traten mit ihren Punk-Shows auf öffentlichen Plätzen auf, in U-Bahn Stationen, Cafes, auf den Dächern von Oberleitungsbussen, sangen gegen männlichen Chauvinismus und gegen Autoritäten. Als Patriarch Cyril 2012 offen die Kandidatur Putins unterstützte, reagierten sie mit der Inszenierung eines Punk Gottesdienstes in der Moskauer Christus Erlöserkirche mit dem Song „Mutter Gottes jage Putin davon“. Sie wurden verhaftet und trotz massiver Proteste im In- und Ausland zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Film zeigt, dass diese Aktionskunst am Schnittpunkt von Kunst, Politik und Geschichte liegt. Die Aktionen von Pussy Riot können als Fortsetzung der alten russischen Tradition des „heiligen Narren“ verstanden werden, der selbst vor den Zaren alles aussprechen durfte. Die Revolutionskunst der russischen Avantgarde war inspiriert von russischen Ikonen und die bunte Verkleidung der Pussy Riots ist inspiriert durch die Bilder Kasimir Malewitschs.

Termine Münster
Sonntag, 19.03.2017, 17:00 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs Evgeny Mitta // Montag, 20.03.2017, 21:00 Uhr // Dienstag, 21.03.2017, 19:00 Uhr Kunst und Widerstand. Diskussion zum Film „Aktion & Strafe“. Westfälischer Kunstverein (Rothenburg 30, 48143 Münster)

Termin Düsseldorf
Montag, 20.03.2017, 20:00 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs Evgeny Mitta

nach oben

Good Boy (OmdtU)

RUS 2016 // R Oksana Karas // B Roman Kantor, Oksana Karas, Mikhail Mestetskiy // K Syuzanna Musaeva // S Oksana Karas, Vasily Soloviev // M Mikhail Morskov, Marina Sobyanina // D Konstantin Chabenski, Iewa Andrejevaite, Michail Jefremow, Semjon Treskunow, Aleksandr Pal, Irina Pegova // 95 Min.

Der Film erzählt sechs turbulente Tage im Leben des fünfzehnjährigen Schülers Kolja Smirnow. Die Woche beginnt mit einem Kaleidoskop von Ereignissen. Erst verliebt sich Kolja in seine Englischlehrerin, dann zündet jemand den Anbau der Schule an, in dem die neuen Computer stehen. Und schließlich verliebt sich die Tochter des Direktors Ksjuscha in Kolja. Diese ist überzeugt, dass es Kolja war, der die Schule angezündet hat. Zu alldem hat Koljas Vater, gespielt von Russlands Superstar Chabenski, seiner Familie den Übergang zum System 12/36, das heißt der Notwenigkeit des Schlafentzugs verkündet, weswegen Kolja nicht mehr ausschlafen konnte, um seine Gedanken zu sammeln. Es bleiben nur ein paar Tage bis zum Schulfest am Samstag, bei dem sich alle Protagonisten dieser Komödie der menschlichen Schwächen und Illusionen treffen, in der Kolja lernen muss, verantwortlich zu handeln, sich für das Richtige zu entscheiden, auch wenn es die Erwachsenen nicht tun.

Eine verspielte, romantische Coming of Age Komödie, deren abenteuerliche Wendungen die Zuschauer in Atem hält.

Grand Prix und Publikumspreis auf dem Filmfestival Kinotavr, Sotschi, 2016.

Termine Münster
Mittwoch, 22.03.2017, 19:00 Uhr // Sonntag, 26.03.2017, 15:00 Uhr

Termin Düsseldorf
Sonntag, 26.03.2017, 17:30 Uhr

nach oben

Aufstieg (OmdtU)

UdSSR 1977 // R Larissa Shepitko // B Yuri Klepikov, Larissa Shepitko // K Wladimir Tschuchnow, Pawel Lebeschew // S Valeria Belowa // M Alfred Schnitke // D Boris Plotnikov, Wladimir Gostjukhin, Sergej Jakowlew, Ludmilla Poljakowa // 111 Min.

Der 1977 mit dem „Goldenen Bären“ ausgezeichnete Spielfilm schildert eine eindringliche Begebenheit aus dem Zweiten Weltkrieg, die zur Auseinandersetzung mit Kollaboration, Verrat, Mut und Glauben drängt. Die Schrecken des Krieges offenbaren Stärken und Schwächen der menschlichen Natur.
Winter 1942 in Russland. Durch den tiefen Schnee bewegt sich ein russischer Partisanentrupp. Unter ihnen befinden sich Frauen und Kinder; die Leute sind zermürbt und erschöpft. Zwei Männer trennen sich von der Gruppe um Lebensmittel zu organisieren. Sie schleppen sich durch eisiges Wetter und verschneite Felder. Nachdem sie gestellt wurden, müssen sie Verhöre, Folter und die quälenden Angst vor dem sicheren Tod ertragen.

Shepitko zeigt Menschen, die äußerst divergent auf die Konfrontation mit einer äußeren Macht reagieren und zu Mördern, Spitzeln, Verrätern, Verratenen oder Helden werden. Der strenge, fast graphisch wirkende Schwarz-Weiß-Film lässt seine Protagonisten biblischen Charakteren gleich durch die verschneite, eisige Landschaft der weißrussischen Wälder wandeln. „Christus und Judas“ lassen sich in den symbolträchtigen Bildern lesen und betonen den Charakter eines filmischen Gleichnisses.

Termin Düsseldorf
Sonntag, 19.03.2017, 17:30 Uhr

nach oben