Filme

Arrhytmia Charms Das Bolschoi Rock

Loveless Bett und Sofa
Das Glueck

Arrhythmia (OmdtU)

RUS/SF/D 2017 // R Boris Chlebnikow // B Boris Chlebnikow, Natalja Meschtschaninowa // K Alischer Chamidchodschaew // S Julia Batalowa, Ivan Lebedew // D Alexander Jatsenko, Irina Gorbatschowa, Galina Averjanowa, Polina Iljuschkina, Vladimir Kapustin, Anna Kotowa, Ivan Kudaschow, Evgenij Murawin // 116 Min.

Oleg geht auf die Dreißig zu, ist als Notarzt dauernd im Einsatz, rettet anderen Menschen das Leben. Er ist im Dauerstress, den er nach anstrengenden Schichten oft mit Alkohol abbaut. Seine Ehefrau Katja, die in der Notaufnahme arbeitet, liebt ihn, hält aber den Stress mit ihm nicht aus. Sie möchte die Scheidung.

Gleichzeitig mit seiner Beziehungskrise gerät Oleg in Konflikt mit seinem neuen, kaltherzigen Chef, der strenge Regeln einführt ohne Rücksicht auf die Patienten. Zwischen ihren Patienten, alkoholisierten Emotionen und einem sich verändernden Gesundheitssystem müssen Oleg und Katja eine verbindende Kraft finden, die sie zusammenhält.

Mit skurrilem Humor und inszenatorischer Akribie untersucht der Film die Arrhythmien – Herzrhythmusstörungen – einer spannungsreichen Beziehung.

28. Russisches Filmfestival „Kinotavr“: Grand Prix, Preis für den besten männlichen Darsteller (Alexander Jatsenko) und Publikumspreis
52. Internationales Filmfestival Karlovy Vary: im Hauptwettbewerb

Kameramann Alischer Chamidchodschaew ist am 03.03. in Düsseldorf und am 04.03. in Münster anwesend.

Termine Münster
Sonntag, 04.03.2018, 17:00 Uhr // Mittwoch, 07.03.2018, 18:45 Uhr
Termin Düsseldorf
Samstag, 03.03.2018, 20:00 Uhr

Charms (OmdtU)

RUS/LIT/MAZ 2017 // R + B Iwan Bolotnikow // K Sandor Berkeshi // M Soni Petrovski // D Wojciech Urbanski, Aiste Dirziute, Alexander Baschirow, Darius Gumauskas, Nikita Kukuschkin // 95 Min.

In kaleidoskopartigen Szenen verknüpft der Film Biografie und Werk des russischen Genies des Absurden. Charms verhungerte während der Blockade Leningrads 1941 in Haft. Seine Gedichte, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Aufzeichnungen blieben bis zur Perestrojka unveröffentlicht und verboten. Man warf ihm nihilistische Propaganda vor. Heute gilt Charms nicht nur in Russland als avantgardistischer Kultautor, als dadaistischer Sprachartist, dessen Figuren durch die Idiotie des Alltags und der Stalinzeit in Abgründe stolpern. Kritiker ziehen Vergleiche zu Kafka, Beckett und würdigen ihn gleichermaßen als Autor für Kinder, dessen Gedichte und Erzählungen jedes russische Kind kennt. Nur die Kinderzeitschriften „Zeisig“ und „Igel“ bildeten in den dreißiger Jahren seine Existenzgrundlage. Seit 2010 liegt eine deutsche vierbändige Werksausgabe vor. Charms ist zeitlos modern. Die FAZ warnt eindringlich: „Vorsicht Suchtgefahr!“

Vor Beginn der Vorstellung gibt Schauspieler und Regisseur Ralf Malzow eine kurze Einführung in das Werk von Daniil Charms.

2 Golden Goblet Awards für die beste Kamera und das beste Drehbuch, Shanghai International Filmfestival 2017

Termine Münster
Freitag, 09.03.2018, 18:45 Uhr // Freitag, 16.03.2018, 18:45 Uhr
Termin Düsseldorf
Samstag, 31.03.2018, 19:00 Uhr

Das Bolschoi (OmdtU)

RUS 2017 // R Waleri Todorowski // B Anastasia Palschikowa // K Sergej Michaltschuk // S Alexej Bobrow // M Anna Drubitsch, Pawel Karmanow // D Margarita Simonowa, Anna Isaewa, Alisa Freindlich, Valentina Telischkina, Alexander Domogarow, Nicolas Le Riche // 132 Min.

Der Film erzählt die Geschichte eines Traums und der schwierigen Herausforderungen auf dem Weg dorthin.

Julka kommt aus einer kleinen russischen Bergarbeiterstadt. Nach dem Tod ihres Vaters rennt sie von zu Hause weg, um Ballerina zu werden, so wie es sich ihr Vater gewünscht hat. In Moskau wird sie an der berühmten Ballettschule des Bolschoi Theaters aufgenommen. Doch trotz ihres einzigartigen Talentes gibt es zahlreiche, scheinbar unüberwindbare Hürden, die Julka zu bewältigen hat, um sich ihren Traum zu erfüllen. Intrigen, ihre erste Liebe, die Not ihrer Familie nehmen ihr Kraft. In der alles entscheidenden Vorführung gibt sie ihre führende Rolle freiwillig auf – und damit ihren Traum.

Erst nach einigen Jahren stellt sie fest, dass ihre Entscheidung falsch war, dass Ballett ihr Leben ist. Erneut beginnt sie den mühsamen Weg und bekommt eine zweite Chance. Mit Talent, Disziplin, Geduld und Entschlossenheit erreicht sie den Höhepunkt des Erfolgs als Prima Ballerina am Bolschoi Theater.

Nominiert für den Hauptpreis des Goldenen Adlers, Nationale Akademie der Filmkunst und Filmwissenschaft, 2018

Hauptdarstellerin und Primaballerina Margarita Simonowa ist am 10.03. in Düsseldorf und am 11.03. in Münster anwesend.

Termine Münster
Sonntag, 11.03.2018, 17:00 Uhr // Montag, 12.03.2018, 21:00 Uhr
Termin Düsseldorf
Samstag, 10.03.2018, 20:00 Uhr

Rock (OmdtU)

RUS 2017 // R Iwan Schachnasarow // B Iwan Schachnasarow, Iwan Sawarujew // K Evgeni Musin // D Iwan Iwaschkin, Kirill Frolow, Dimitri Tschebotarjew, Evgeni Stytschkin, Nikita Tarasow, Witali Kischenko // 87 Min.

Im Russischen bedeutet das Wort Rock (Рок) sowohl das musikalische Genre als auch Schicksal. Die Helden des Films, die sich aus der Provinz aufmachen den musikalischen Olymp Moskaus zu erobern, begleitet beides: die Rockmusik und ein abenteuerliches Schicksal. Mit jugendlich argloser Energie bricht die Troika der Rockmusiker auf. Je weiter sie sich von zu Hause entfernen, je gefährlicher die Abenteuer und die Menschen, denen sie begegnen werden, desto stärker verändern sie sich innerlich.

Mit Humor und Situationskomik erzählt das Road-Movie die Geschichte junger Rockmusiker aus der Provinz auf der Suche nach sich selbst. Der Weg zu ihrem Traum wird zum größten, gefährlichsten und unvergesslichen Abenteuer in ihrem Leben.

Regisseur Iwan Schachnasarow ist am 12.03. in Düsseldorf und am 14.03. in Münster anwesend.

Termine Münster
Mittwoch, 14.03.2018, 18:30 Uhr // Freitag, 23.03.2018, 19:00 Uhr
Termin Düsseldorf
Montag, 12.03.2018, 20:00 Uhr

Loveless (OmdtU)

RUS/F/B/D 2017 // R Andrei Swjaginzew // B Oleg Negin, Andrei Swjaginzew // K Michail Kritschman // S Anna Mass // M Evgueni Galperine, Sacha Galperine // D Mariana Spiwak, Alexey Rosin, Varvara Schmikowa, Matwei Nowikow, Daria Pisarewa, Yanina Hope // 127 Min.

Boris und Zhenya arbeiten sich durch eine grausame Scheidung voller Hass und gegenseitiger Vorwürfe. Beide haben bereits neue Partner gefunden, beide möchten so schnell wie möglich die Vergangenheit hinter sich lassen. Zu dieser Vergangenheit gehört auch der gemeinsame Sohn Aljoscha – doch dann, während eines weiteren Ehestreits, verschwindet der 12-Jährige plötzlich spurlos … Eine fieberhafte Suche beginnt zuerst mit Hilfe der Polizei, dann mit einer freiwilligen Hilfsorganisation.

Aus der Situation des Familiendramas und den Spuren von Verwahrlosung und Rücksichtslosigkeit lässt Swjaginzew ganz allmählich etwas Universelles entstehen, das zugleich als düstere Allegorie auf das Gegenwartsrussland verstanden werden kann.

Nach seinem 2003 mit dem Goldenen Löwen in Venedig prämierten Meisterwerk Die Rückkehr, nach Elena und Leviathan präsentiert der russische Starregisseur Andrei Swjaginzew ein neues erbarmungsloses Familiendrama. Ein schauspielerisch, visuell und erzählerisch bis ins Detail orchestriertes Abbild einer von egozentrischer Erfolgs- und Konsumsehnsucht getriebenen Gesellschaft.

Preis der Jury, Filmfestspiele Cannes 2017
CineMasters-Preis, Filmfest München 2017
Europäischer Filmpreis, Beste Kamera und Beste Filmmusik 2017
Bester Film, London Film Festival 2017
Golden Globe-Nominierung 2018
Offizieller russischer Oscar-Entry

Termine Münster
Sonntag, 18.03.2018, 17:00 Uhr // Mittwoch, 21.03.2018, 18:30 Uhr
Termin Düsseldorf
Samstag, 17.03.2018, 20:00 Uhr

Bett und Sofa

UdSSR 1927 // R Abram Room // B Abram Room, Viktor Schklowski // K Grigori Giber // D Nikolai Batalow, Ljudmila Semjonowa, Leonid Jurenew, Vladimir Fogel, Jelena Sokolowa // 95 Min.

Ljuda und ihr Mann Kolja leben in einer kleinen Moskauer Wohnung. Als Wolodja, ein alter Freund Koljas in der Stadt auftaucht, zieht dieser kurzfristig bei dem jungen Ehepaar ein. Während Kolja tagsüber seiner Arbeit nachgeht, stürzen sich die zwei Zuhause in eine Affäre. Als Kolja davon Wind bekommt, tobt er vor Wut, findet sich aber schnell damit ab und nimmt fortan Wolodjas Platz auf der Couch ein. Die attraktive Ljuda findet sich plötzlich in einer Dreiecksbeziehung wieder, bis sie plötzlich schwanger ist. Doch während die beiden Männer damit hadern, sich zu entscheiden, was denn nun der nächste richtige Schritt ist, trifft Ljuda eine eigene Entscheidung …

Bett und Sofa ist ein interessantes Beispiel für eine frühe Form von Filmen über unkonventionelle Beziehungen. Für die 1920er Jahre war dieser Film gleichermaßen schockierend wie subtil: Die pikanten Details der Dreiecksbeziehung sind in Allegorien voller Humor gekleidet.

Neuere Filminterpretationen erkennen eine Parallele zwischen der Handlung im Film und der berühmten Liebesbeziehung von Wladimir Majakowski und dem Ehepaar Lilja und Ossip Brik.

Daniel Kothenschulte begleitet am Klavier.

Termin Münster
Sonntag, 25.03.2018, 17:00 Uhr

Das Glück

UdSSR 1935 // R + B Alexander Medwedkin // K Gleb Trojanski // D Pjotr Sinowjew, Jelena Jegorowa, Nikolai Tscherkassow, Michail Gipsi, Viktor Kulakow, Lidija Nenaschewa // 95 Min.

Das Glück ist ein besonderes Zeugnis des sowjetischen Kinos: Regisseur Medwedkin bereiste das Land mit einem sogenannten Kinozug – Ort der Filmproduktion und Filmvorführung in einem. Ursprünglich wollte er damit die Motivation der ländlichen Bevölkerung mit morgens gedrehten und abends vorgeführten Kurzdokumentationen steigern. Das Glück ist eine der noch erhaltenen Produktionen.

Der arme Bauer Chmyr wird von seiner Frau Anna in die Welt geschickt, um das Glück zu finden. Schon nach kurzer Zeit findet er ein Goldstück, doch ab dann geht alles schief. Der Film verfolgt auf komödiantischem Weg Scheitern und Aufstieg des Bauernpaares im Russland vor und nach der Oktoberrevolution, die einzelnen Figuren sind mehr Karikaturen als Charaktere.

“Der Film […] hat eine große soziale Tragweite, er besitzt einen organischen Zusammenhang zwischen künstlerischen Mitteln und dem Thema, eine überzeugende stilistische Einheit. Zur gleichen Zeit vermochte der Regisseur seinem Film auch die Leichtigkeit einer ironischen und vergnüglichen Komödie zu bewahren.” (Internationales Forum des jungen Films, Berlin, 1971)

Richard Siedhoff begleitet am Klavier.

Termin Düsseldorf
Samstag, 24.03.2018, 20:00 Uhr